Rutschig, der Kölner Videokeller

bei wirklich heiklen szenen

kämmen sie müde das haar

wellig

wellig

pausenlos fragt der horst

wann gibet pause

er will seine mutter anrufen

dass die das Kölsch kalt stellt

Fragezeichen hebt man auf

gib mal Elfmeter horst

horst ruft die mutter an

wie siehst du das

war keiner, sagt die und lächelt

sie kennt gar keinen horst

wer soll dass sein

 

köln

Werbeanzeigen

geh doch jetzt oder bleib bis der schnee uns auseinandertreibt

 
die türe krachend verlassen
wie es die untoten tun
wenn sie uns nicht mehr riechen

wir reden über den geruch des meeres
quälen uns ab
straucheln

wir sind irgendwo
am ende in heilbronn
in einer zwiebackkneipe
nicht wissend
was soll man tun

gespräche im inneren
hektisch fegen wir die spuren weg
finden nicht, das passende wort
ufer treiben wir an
denken uns geräusche aus
die wir streichen oder einatmen können

reden uns ein: es gut uns geht
wir tanzen
ha ha
nein wir sind ruhig

heimlich denken wir
wie überflüssig das ist
überall der duft von jenseits
überall der morgen
die alten reflexe

weißt du sage ich
weißt du sage ich und
wollte es doch fragen
aber am ende hättest du es gewusst und wärst
trotzdem geblieben

Für Christiane Endler

selbst den torschrei der überragenden amerikaner

faustete sie noch ab oder

hielt ihn fangsicher in den händen

die Hände zur faust gemacht

erreichten das unfassbare

ein tor ist nur ein tor

aber eine faust

was ist eine faust

eine faust ist alles

hält alles

klopft den raum ab und findet nur sie

die Spielerin des tages

die Hand die erst schweigt, wenn die schiedsrichterin abpfeift

der bart

gestern lag er lange wach

dachte

das ist also denken

man liegt wach und

nimmt seinen finger

legt ihn auf den bauchnebel und sinnt

über die jahre nach

die hinter einem sind

aber nein

was ist

wenn die jahre

oder sagen wir

dort ist eine pfütze

eine von den großen

wir übernachten dort in der nähe

seitlich verschränkt

wir zittern

denn wir haben immer angst

immer

selbst wenn in den glassplittterfassaden das blut längst getrocknet

und niemand den krieg ausruft

man bleibt nicht dort wo man gehen muss

man zittert nicht ohne grund

der krieg öffnet die augen und sieht uns

er streckt die nacht aus

er zischt

es wird zeit

als julia noch tanzte

gestern ist sie aus dem schlaf gefallen
Sie öffnete die Tür
Sie ging mit einem der Gäste in eine Fremde
gestern ist sie aus dem schlaf gefallen
wer weckte sie
lieh ihr geld für den zug
Sie hat nicht geschlafen
Es hat einige Zeit gedauert
während der traum in ihrer nähe das fenster nicht schließt
Sie öffnete die Tür
Es war noch früh
Sie dachte nicht an ihn
er war weit weg
Sie erinnerte sich, dass er weit weg war
Sie wusste, was es bedeutet, weit weg zu sein

Elke und die FussballFrauenWeltmeisterschaft

Paul  hat es gerne wenn ich ihn frage

welche Mannschaft er besonders mag

er hält zu den Chinesinnen oder zu den norwegerinnen

es ist nicht das fussballerische

es ist die konsequenz an dem es ihm mangelt

es mangelt nicht nur daran

er vergleicht Klimawandel mit fussballjubel

er ist kein abenteuerer

er mag abendbrotessen am schwanenteich

er liebt es die augen zu betrachten

die eigenen

er ist verliebt in den mund einer spanischen flügelstürmerin

ich sage

ich halte zu bosnien  (er schweigt, das ist gut)

er verliert die weitsicht

er versucht den blick zu verlängern

aber ich beende den kreis

beende sein denken und sage

wichtig ist aufm platz und vergrab mich

in die nacht und er darf mich nicht suchen

selbst wenn ich neben ihm stehe

 

DSCN0023[532]