der alte hausbesetzer

er mag st pauli weil er st pauli mag

er mag den hsv nicht

er kann den hsv nicht mögen

denn er mag st pauli

st pauli liegt am hafen

am hafen liebt die petra

den ernst

der ernst, sagt sie

ist sicher nicht

meine zukunft

aber solange er lacht und

sagt

dass punkte wenn sie schon existieren

nach st pauli gehören

ich aber sage, sagt die petra

Pokal haben ihre eigenen gesetze

wenn sie keine Gesetze hätten

wären sie nicht da

wenn sie nicht da wären

gäbe es dieses spiel nicht und

wer hat schon was zu verlieren

solange er spieltP1040388-001[1246].JPG

gegen de Gladbacher spiele

gegen de Gladbacher spiele

sagt er und beisst in sein brot

da ist honig druff

honig rief er

das brauche de jungs

er sieht vom fenster aus

wie es ausgehen könnte

es ist noch zeit

aber es geht aus

da ist er sicher

er sieht ein reh hin und her springen

er kann auch eine pfütze sehen

aber die pfütze wird gehen

das reh auch

nur er wird bleiben

er wird am fenster stehen und sich fragen

wie geht es aus und wenn es ausgeht

wohin und wenn diese fragen gestellt sind

was wird bleiben

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er spürte das verlangen sie zu belügen
ihr das leben zu erklären
die tage zu erwähnen als er sicher war
er war die tochter von ringo starr
er spürte das verlangen durstig zu sein
seine augen drehten sich nach ihr um
er suchte eine erinnerung
eine die man nicht finden konnte
er dachte ich habe keinen recht mundharmonika zu spielen
er spielte mundharmonika
sie betrachtete ihn
sie sagte sich
er ist im eimer
er lachte weil er augen hat
er schaut mich zu boden
sie dachte an eine mütze
sie hatte sie am ende des flusses in serbien gefunden
sie brachte die mütze mit nach hause
sie zeigte sie handje
handje fand es ungerecht dass es solche mützen gab
die jünger handjes fanden das auch
sie schrieben berichte
sie wiesen daraufhin
sie machten stolze beobachtungen
die weltenverschwörung riefen sie
sie warteten ab was ihr gott als nächstes klagte
er klagt viel
er klagte an
er sagte
ich weiß nicht was ich tue aber ich tue es einfach
ein anderer hatte schritte
dieser jemand der seine ganze familie verloren hatte
sprach die jünger handjes auf die mütze an
es ist die mütze eines verbrechers, rief er
du bist selber einer, rief handje und weinte
er weinte weil er an den zerbrochenen tod dachte
er legte die mütze in seine augen und machte einen schmerz daraus

ER IST WIEDER DAHEIM

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kurz vor mitternacht träumte ich

folgendes

ich war ein zeilenbrecher und

saß bis zum morgen

vor einem schornstein

es war ein zerbrechlicher der mich fragte

wo hier der Bahnhof sei

der Bahnhof sagte ich?

sie meinen den Bahnhof?

er sah mich traurig an

lachte aber dennoch

ja der Bahnhof, ich muss zum zug, ich muss

nicht fahren, aber ich muss zum zug, verstehen sie

ich sah ihn an

sind sie ein reisender, fragte ich

eben nicht, meinte er

nein, ich bin das Gegenteil von einem reisenden

ich gehöre hier hin, verstehen sie und wissen sie noch was

ich sah ihn fragend an, was wusste ich noch, ich wusste

doch nichts, ich war nur ein armer plakatanmaler, ich fragte

was haben sie, haben sie angst vor diesem spiel..

aber ja, sagte er, aus der reinsten Gewohnheit habe ich angst

wie kann man ohne angst leben, fragte er…

liebe machen

ich lernte sie in einen der wenigen und

nicht existenten cafes in der nähe

der parisstrasse kennen

diese strasse existiert genauso wenig

in gießen

wie jene zeit

die wir in gießen

die alten tage nennen

ich erwachte am morgen und

lügte an meinen fingern

der zeiger der berühmten Uhr

an die Goethe sich schon gewandt

blieb stumm

irgendwo wurde der eifelturm gebraten und irgendwer sagte

so weit wird es kommen

4 Schilling

Kafka saß im cafe

er trank sahnegewöhnten

aus seinem mund drangen tropfen voller ästhetischer sätze

er winkte mir

er sagte

ich würde sie umarmen, aber ich halte die augen kaum auf

sie glauben ja nicht, wie es ist, wenn man nur schläft

er zeigte auf ein hochzeitsfoto

das zeigte Britta die mit Gelbwurst zusammen war

die beiden mögen sich nicht

sagte kafka

sie schulden mir drei Schilling sagte ich

ich wusste dass es dumm war

zumal es sich um eine lüge handelte

aber ich hatte kein Geld und Kafka hatte immer

drei Schilling das wusste ich

aber wozu brauchte ich drei Schilling, fragte er

er suchte nach einer antwort

aber er fand sie nicht

als ich erwachte lagen drei knöpfe auf dem boden

das fenster stand offen und der wind sägte an der zeit

so wie er es immer tat

ich ging zur schicht

ging vorher noch in einen supermarkt

dort sah ich frauke

wie lange hatte ich sie nicht mehr gesehen?

hübsch sah sie aus

aber ich wusste nicht

wie ich sie ansprechen sollte

sie hatte mich einmal vorm ertrinken bewahrt

ich sagte

hallo frauke

sie sah auf meine mütze

giessen sagte sie

auf der mütze steht giessen

lesen und trinken

der vater wollte nicht mehr trinken und während er trank

sah er hinaus und fand alles ungerechte müsste ebenso

aufhören

aber es hörte nicht auf

deshalb öffnete er die nächste flasche Bier und lachte

denn er musste an die verschlossene türe denken

dort starrten die Kinder auf das dunkle licht

dort baten sie irgendwem um verzeihung

sie leckten die wunden über die sie morgen gähnten

morgen

wenn die Gleichgültigkeit einem vorkam als hätte es nie etwas anderes gegeben

sie hörten das brennen der schreie

sie wollten gerne den Schnee beseitigen der wie blut auf der strasse lag

irgendwo dort

existierte die nacht

fern von allen

friedlich

harmlos und voller lügen