lebenslauf

 

er war sieben da wollte er soldat werden
die verwandten lächelten
einige bluteten dabei
der schnaps war gut
die not war es auch
in die brote goß man die lüge
in die nächte die zeit
wer vergessen konnte ging kopflos weiter
ohne zu denken, dachte er später
da war er schon älter
da ging es mit dem treppensteigen
schon nicht mehr
da verloren selbst die schornsteine ihren sinn
er war soldat
er ging mit der fahne
er blutete für sie aus der nase
der arzt behauptete
das käme vom bohren
aber er war zu stolz auf das blut
um das zu glauben
man muss etwas mit schnaps tun
man muss ihn verschenken
er schenkte ihm den schlund
er lachte vergesslich
er stellte sich vor
er wäre unbekannt und man würde ihm ein denkmal setzen
eines dass man mit der zeit vergisst
denkmäler sind ruhepausen für die
die waffenstillstände
immer für einen irrtum halten
damals war er sieben
heute ist er es wieder
das leben fängt mit dem tod an
der tod vergräbt das leben nicht
er erinnert sich nur nicht mehr daran

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