Mia und Tim

 

mia ist nicht wegzudenken
sie ist einfach da
sie ist selbst da wenn sie abwesend war
wo ist sie dann
sie ist in ihrer abwesenheit
so einfach ist das
so einfach ist das natürlich nicht
wie auch
tim geistert immer um sie herum
selbst wenn sie eine glühbirne abdreht weil sie sich einreden will
die sei kaputt
im übrigen sind glühbirnen aliens die nicht betrachtet werden wollen
sie sind seit gestern verboten
erlaubt ist die dunkelheit die nach nähe schmeckt
tim weiß nicht was er tun soll wenn mia einen verlobten hat
manche haben einen verlobten und betrachten das leben verlobt
aber tim sagt sich dass ihr gesicht nichts von einem verlobten weiß
er weiß viel über ihr gesicht
er dachte..alles was ich denke gehört mia und wenn ich es ausspreche ist es
als würde ich mich gegen irgendeine mauer anlehnen und würde denken
mia ist auch noch nur eine antwort auf eine nichtgestellte frage
mia ist außer reichweite
sie fasst sich in ihrem zimmer ins haar
sie möchte sich vorstellen
es wäre der abend vor einem aufstand
man betrachte sich kurz
sehe es dem anderen an dass man lachen muss und dann lacht man
weil man die augen öffnet und weiß
für einen aufstand ist diese stadt nicht gemacht
hier öffnet man die türen und schließt sie gleichzeitig
hier ist man immer wach und schläft ständig
hier wirken purzelbäume wie stillstand
dass hier leben zu nennen ist komisch
die züge sehen es auch so
sie fahren voller kummer in die stadt
immer in der angst bleiben zu müssen
aber wenn sie wegfahren dann mit süßer fröhlichkeit
die an mia erinnert wenn sie mundharmonika spielt und immer
wenn sie mundharmonika spielt
lächelt tim und denkt
es ist so schade dass ich die augen öffnen muss
denn wenn er die augen öffnet
ist mia so weit weg
so weit dass er nicht einmal weiß
ob er sie jemals kennenlernen wird

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