Octavio Paz

„Die Freiheit ist die Wahl der Notwendigkeit“
Octavio Paz

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sie die..

sie, die in die leere blickt
dort niemand sieht
niemand klaus
auch dich nicht
der sich retten will
der sie nicht retten kann
überdrehter witz
als du sie sahst dachtest du
schnee liegt auf den strassen
überall sieht es schmutzig aus wie
nach einer geburt über die sich kaum einer freut
komisch klaus so etwas zu denken und du dachtest
sie zu verlassen muss merkwürdig aussehen
mit jedem schritt bleibt sie länger stehen und du denkst
so kann doch kein verlassen gehen
dass der der geht nicht weitergehen kann ohne
sie zu betrachten

was überall ist
was niemand versteht
ein hund der durch gassen läuft
nicht weiß
bin ich morgen noch ein hund
diese ungewissheit
iss etwas und wach auf
steck deine augen in den abgrund und vergrab die zeit
denk an sie klaus
der überall sitzt
bier trinkt/ reden hält
hofft es könnte ihr gefallen
dass du bier trinkst
dass du hinkst
das gefiele auch dir
aber du hinkst nicht
du trinkst mitten in der bahnhofshalle
reichlich verkehr da und du klaus
du ganz alleine

wie schön
wie schön sie ist
man kann es gar nicht glauben
andere sehen sie
werden ihren schatten drauflegen und sie ruinieren
denn das schöne
das schöne
das schöne doch nicht
sie die in die leere nicht schauen kann
die nichts mehr erkennt
nicht einmal die letzten

Stille

 

In der Nacht schliefen die Sekunden
Der Moment ist verloren
Du suchst ihn
greife nach ihm
Schlag des Windes
es heißt K.o
Warte für mich
jemand flieht durch die Stadt
jemand, der nicht fliehen sollte
Niemand sollte weglaufen
Du hast ein Licht an
Es ist deine Nacht

begrabenes Schweigen
vergessene Briefe sind vollgefüllt mit zarten Worten
Sie produzieren Geräusche in den Nächten
Sie wecken dich nicht

die den Geschmack von Träumen vergessen haben
diejenigen, die hinter Gittern schauen
alle sind einsam

jemand, der nachts vor einer Schönen sitzt
Ihre Augen beruhigen sich
diese Stille in Sekunden
wie das Schweigen vor der Geburt

im rausch

 

als hätte es den alten neuen morgen nie gegeben
als sitze man fern von allen krisen
stehe auf und mache weiter
aber was weiter?

manche unruhen erinnern uns daran
man begegnet sich immer nur selber
wenn man eine trifft die sagt
wo es langgeht

die spitzen ihrer augen berühren
diese sanfte verrücktheit die nahe dem schweigen
immer nach gemeinsamen sterben schmeckt

züge marschieren ein
machen pause
jemand schreibt einen entwicklungsroman
ein anderer einen lustigen text über hitler

die alten soldaten sitzen fest in ihren gräbern
ganz unbekannt ist ihnen der tod nicht
sie schmücken sich damit
sie reden nicht vom blut
sie reden von der wiederbewaffnung des friedens

das gedicht

das gedicht läuft aus
meine schuld
ich hätte das gedicht nicht abwerfen
nicht veröffentlichen sollen
nun steht es da
in Position und weiß
es wird niemand lesen
ein paar angehörige die niemanden kennen
laufen dran vorbei
sie haben es eilig
sie wollen
wie sagt man
einen gemütlichen abend verbringen
übrigens
draußen stehen russische panzer vor ihrem rosenstock

ACHTUNG ACHTUNG

vor dem Betreten dieses Blogs wird ausdrücklich gewarnt.

wenn sie zufällig hier sind, bitte schnell die Türe heraus.

Gute Julia Engelmann Gedichte finden sie anderswo.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Gustav Baldinger

Verein zum Sammeln von Anstand

Günni oder der Bayern gewinnt, sagt er

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der günni, wie ihn seine freunde

zärtlich nennen

nur dass er kaum freunde hat und

die nennen ihn heimlich

der netzer

was der günni gar nicht leiden kann

denn der günni ist Bayern fan

er ist erst seit drei jahren

vorher war er für ulm und klagenfurt

der günni ist auf kohle geboren

ein Obstler nach dem anderen bestätigt das

der günni hat eine sicht auf die welt

die gibt es gar nicht

manchmal trinkt er Bier ohne es zu bemerken

er ist bewacher eines vergessenen unternehmens

jeden tag steht er zwölf stunden vor einem kassenröllchen

und nachts wenn er nach hause geht.. sieht er zum mond

er stellt sich ein spiel vor

ein spiel dass damit endet

dass man immer schweigen muss

als bayernfan