elke erzählt


die alten geschichten waren hinter den noch älteren bergen verschwunden

während die nacht es versäumte für immer zu bleiben

tanzte ich ihn mir aus den augen

schob den vorhang zur seite

öffnete das fenster

hörte die gespräche der fische in der nahen wohnung der schmitters

die schmitters waren barfüssige

sie kauften nie schuhe und wenn sie welche aus mitleid geschenkt bekamen

hefteten sie die in einen ordner und wenn sie nichts mit sich anzufangen wussten

sahen sie sich den ordner an und bewegten sich so unanständig dass ich

es nicht mehr beschreiben werde

auch deshalb weil ich nie direkt jemand vom fenster aus ansehe

mein blick rutscht zur seite und fällt in einen anderen graben

ich lebe im takt einer buddhistischen eintagsfliege

bin ich darüber glücklich?

manchmal entferne ich mich von dieser frage

dann bin ich es

einer saß auf einer bank

vor ihm ein ententeich in dem ein paar enten

etwas suchten

auch ich suchte etwas sonst hätte ich mich nicht

auf ein treffen mit ihm eingelassen

er redete auf mich ein

sagte

er habe wettschulden und ob ich nicht ein wenig geld für ihn habe

ich fragte ihn

was er denn brauche und er lächelte und sagte

ein bißchen zärtlichkeit und wollte mit seinen fingern

meinen atem berühren

während ich dieses gespräch schon wieder satt hatte

die enten taten was enten taten wenn enten etwas

taten was nur enten tun konnten

und ich?

ich sah es mir an und fragte mich

woher nehmen sie nur diese ruhe und warum tragen

sie keine mützen, keine hüte oder wenigstens kopftücher

mit diesem gedanken trenne ich mich von diesem text

vielleicht sehen wir uns eines morgens wieder

vielleicht vor einem reisebüro

das ist immer ein wenig wie wegfahren

finde ich

man steht davor und reist im gedanken ab

doch wenn das reisebüro öffnet

sitzt man doch wieder auf einer anderen bank und wartet

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