Liebe muss da sein

 

Die Straßen waren in den Logen
Es gab Nächte, in denen sie gerne arbeiteten
Es war ein Zufall dass sich fanden
es war in der Nacht
sie hellte seinen Morgen auf
sie tanzte
Er war hungrig
Es war leicht in der Ferne zu sehen
Sie lachte mit ihm
sie sagte
Danke
Sie füllte die Wörter mit Farben
Es war Zeit
Sie senkte die Augen und verließ sich

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umhin

 

wir rannten wie zufällig bekannte herum
es verschlug uns die sprache
einer von uns hielt eine kapsel fest
was hatte das zu bedeuten
wir schwiegen
aber während wir schwiegen
schienen unsere münder alles auszusprechen
auch dass ich es liebte wenn sofie stürzte
ich half ihr auf
sie fiel
es war ein großes stürzen in uns
eigentlich war ich nur mit sofie
so viel erzählte sie
sie bestimmte was wahr oder nur gelogen
aber selbst wenn es gelogen war
wenn sie es sagte
klang es wie die nächste wahrheit
wir erreichten einen hügel
männer mit schlagstöcken standen da
sie hatten auf uns gewartet
habt ihr es, fragten sie es
ihr frage klang nach unendlicher trauer
wir schnitten uns etwas davon ab
dann gaben wir ihnen feuer
sie machten brennholz aus ihren gedanken
warfen die schlagstöcke zur seite und fingen an zu schreien

zu viel

 

 

ich war schon alt
aber der general war noch älter und
sein bruder erst
der las bücher
er dachte zu viel nach
auch auf den schienen
auf den schienen glänzte sein gesicht
so glänzen nur abwesende dachte der reisende
der reisende war ich
damals hatte ich einen bart bei mir
ich ließ ihn in einer dose
eines morgens erwachte ich und da
war die dose verschwunden und
mit ihr auch das letzte was ich noch hatte
so arm ging ich auf eine bank
ich arbeitete dort
ich verlangte ein brot aber man erkannte mich und
gab mir einen kredit
nur konnte ich mit dem kredit nichts anfangen
auch wog er zu schwer
so kam es dass ich im traum erwachte und
als ich erwachte saß kafka vor dem unterholz
er durchsuchte mit seinem blick ein brennendes fenster
es löscht niemand sagte ich
nein, sagte er, es löscht niemand
aber warum nicht, fragte ich
weil es zu teuer wird
er lachte
ich gähnte
er hatte recht
er hatte selbst dann noch recht als ich erwachte und ich das brennende fenster zustieß

der handwerker

 

er versuchte sein eigenes schweigen zu verstehen
was meine ich, fragte er sich
er drückte die arme unter den tisch
das machte keinen sinn
er dachte, im erdgeschoss werden sie noch durstiger sein
er lachte
seine gedanken passten sich an
er erholte sich vom schrecken
er wusste nichts davon
aus dem radio drang lausige luft
jemand sagte kleinlaut
ich war einmal ein großer fluß
er schien zu warten
auf was warte ich
er fragte sich dies ohne hoffnung
jemand könnte ihm die hand reichen
den schweiss abwischen
jemand könnte sagen
was ist daran schlimm
er hatte viel geld unterschlagen, dachte er
er fragte sich, wer
er fand keine antwort
das verhör ist zu ende
bringt es nach hause
das verhör konnte nicht alleine gehen
es musste auf zwei rücken genommen und
dann unter lautem gelächter nach hause gebracht werden

sie, die junge

 

 

sie die junge ist
so hübsch
er kann das gar
nicht verstehen
er kann auch nicht
verstehen
was ihn das angeht
soll sie doch hübsch sein
was ist er denn
er ist dick und alt
er kaut an seinen lippen rum
nicht gut
gar nicht gut
aber wenn er sie sieht
möchte er grinsen
am liebsten möchte er
ein teil ihrer nase sein
er springt auf
es erschreckt ihn so etwas
zu denken
er denkt
wie hübsch
hübscher geht’s nimmer und
er weiß doch
das alles sollte ich nicht denken und
er macht einen spitzen mund und
zwingt sich daraufhin etwas
anderes zu denken
wie hübsch sie ist denkt er
der gedanke an sie zwängt sich durch und
durch
was kann er dagegen tun
er kann nichts dagegen tun
er kann seine tabletten nehmen und
sich einen bart wachsen lassen
das ist alles

der weiß es nicht

 

 

der junge mit dem maschinengewehr in der hand
steht noch immer an der häuserwand
viele die sich fragen
warum er dasteht
gehen schnell an ihm vorbei
manchmal zielt er auf sie
trifft aber nicht
er trifft nicht, sagen die leute ganz traurig
warum sind sie nur so traurig und warum
frage ich mich das
da ich doch selber so traurig bin
auch der junge ist traurig
er trägt einen silbermantel und hört das
klimpern der nicht zählbaren münzen
die sich in seinem mund befinden
er will nicht lockerlassen
er zählt sie im gedanken so
dass er sich auf jedenfall verzählt
er stärkt sich den rücken
drückt sich gegen die wand
von weitem kann man die schritte
seiner verstorbenen mutter sehen
die versucht ihm die hand zu reichen
doch diese hand ist sehr weit

Das letzte oder das vorletzte Spiel

Unbenannt.png

 

 

 

 

wäre der ball nicht auf goethes falschen fuss

 

gelandet

 

rilke hätte ihn sicher nicht eingeschossen

 

kafka hätte den ball ruhig verlassen können

 

er hatte doch den raum dafür und

 

was tat plötzlich cechov da

 

er

 

der die ganze zeit wie ein unbeteiligter handschuhverkäufer über den platz ging

 

(eintrittskarten an frauen verteilte)

 

er stand plötzlich da und sah in die runde

 

entdeckte franziska zu reventlow und bot

 

ihr das Du an

 

die

 

flankte zu alex meier

 

der auch mit den vergesslichsten schuhen noch wusste

 

 

 

wo das tor war