vor dem spiel

Taktiktraining

die suppe

nein

nicht aus dem fenster

im kreis der familie

der kreis dreht sich

alle wollen vorne sitzen

dort sitzt man ganz anders

als überall

überall ist nirgends

nirgends erkennt keine richtung

was ist wenn unsere stühle nicht reichen

er ist nervös

hält die augen geschlossen

er will dass das spiel bereits zu ende ist

er möchte am rand stehen

mit dem stift rechnet er die tabelle aus

ein bisschen was fehlt noch

denkt er

aber nächstes jahr

werden wir ganz sicher

deutscher meister

Werbeanzeigen

verschlafener frankfurtfan

da sitzt er

an einem kühlen dienstag

draußen regen

draußen leute mit hunde

hunde die verstehen

hunde die nicht verstehen

eine kleinigkeit

ein text zu einem bild

damit die unsrigen gewinnen

sie haben es auch so getan

ganz ohne uns

frechheit!Karoshi für alle

an die schalen

 

 

mit dunklen flachmännern am

bahnhof sitzen oder stehen

stehen und schon bald nicht mehr

stehen können

nicht mehr sitzen

weil man sonst einschläft

und man will nicht

will trinken

wird sonst nicht besser

umsonst dann alles

all das gerede

all die worte

die muss man erst mal wiederfinden

die findet man nicht mehr wieder

deshalb

die alten gewohnheiten

die alten trinker stehen vor uns

sie wissen

wir vertragen noch nicht so viel wie sie

über die toten reden sie nur

wenn gerade einer gegangen ist

ansonsten

ist alles lüge

der tod existiert nur bei den nüchternen

die sehen sie nicht gerne

die haben keinen verstand

die sehen der dunkelheit entgegen

wie die trunkenheit dem licht

Elke erzählt

 

 

 

es gehörte ihr

es gehörte ihren augen

sie erwachte

als sie erwachte starb etwas

es starb etwas in ihr

mit ihr erwachte sie

sie erwachte ohne es

es war gestorben

es war in dem moment gestorben

als sie erwachte

sie lachte nicht

es war kein lachen da

das lachen schlief noch

worin schlief es

es schlief in ihr

sie sah sich an

sie suchte etwas ähnlichkeit

immer suchte sie was und

immer klang es hölzern

nach einer weile hatte sie es satt

worte

sie vergrub sie nicht

sie erwachte

sie hörte wie sie ging

wie konnte sie gehen

sie ging einfach

wohin ging sie

wer stellte die fragen

wer stellte sie ab

er lebte noch

er lebte noch in ihrem schweigen

sie lachte

das lachen war erwacht

als sie lachte dachte sie daran

einen brief an sie zu schreiben

sie

die in unerklärlicherweise neben ihn erwachte

der neben ihr erwachte

ohne dass ein brief

ihn rief

ohne das jemand sagte

öffne die augen

nach einer weile hatte sie es satt

sie erwachte

sie hörte was da vor sich ging

ein bettler aß draußen eine geschichte

er träumte

es wären soldaten gewesen

sie hatten vor ihm gestanden und

die augen gespitzt

doch es waren keine soldaten

es waren die alten sätze

man hatte sich gewöhnt daran

wenn es winter wurde

erwachte das kalte mitleid

fror durch die gänge

suchte den hunger nach

etwas ab

nach etwas dass man

ihm nehmen konnte

das letzte dass er noch besaß

die unruhe

die nacht die vergessen werden würde

sobald der frühling begann

vergräbt die not nichts mehr und wird vergessen

Hut auf

 

 

 

 

manchmal glaubte herr hut

da fing er zu schmunzeln

weil gott

wenn er einmal da war

sicher auch schmunzelte

 

er nahm sich einen apfel und

fing an ihn aufzuessen

erst biss er schnell hinein

dann langsamer

 

damit er verwirrt sei

der apfel

denn verwirrte äpfel schmecken besonders gut

 

die anderen sahen ihm zu

die anderen waren seltsam

fast unerreichbar

 

er hatte immer das gefühl

er nehme ihnen etwas weg

wenn er sich nähert

 

herr hut wollte niemanden etwas wegnehmen

er wollte sich davonstehlen

das schon

 

er sah in eine zukunft ohne trost

überall lagen sie herum oder rannten voneinander fort

 

als er den apfel aufgegessen hatte

wünschte er sich

er hätte es nicht getan

oder langsamer

damit er beruhigt sein konnte

der apfel

dass er nicht einfach so verschwand

wie in den ersten tagen