für meine drei besucher im netz

 

 

ich fange an

in linien zu sprechen

ich rede

ohne quellenverweis

ich bin einer von denen

die in ungnade gefallen sind

ich bin

die asche die man nicht einmal

vergräbt

ich bin zu wenig

dabei wiege ich doch so unendlich viel

ich passe nicht ins glied

obwohl ich doch eins habe

es gibt so viele die schreiben

alle wollen ernten

wollen empfang

suchen und finden

weil sie lustig sind

aufbauend

weil sie hübsch sind

kreise essen und gesund leben

alles gründe sich zu entfernen

von diesem miesen dichter

nur die drei nicht

die drei bleiben

sie drücken auf gefällt mir und

halten mich so fest

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das aggressive

 

 

 

das aggressive hat seinen vorteile

sagt der mann ohne fingerkuppen

man hat ihn die bewährungsstrafe

erlassen

nun darf er direkt ins gefängnis

ich werde viel schreiben sagt er

ich werde an das gute denken

er geht hinein

ein bisschen was fehlt noch

er hört die schliesser hinter sich

sie schweigen

er kann ihr schweigen verstehen

sein inneres schweigt auch

nur seine lippen wollen reden und

reden

er sitzt und brennt darauf

etwas zu stehen

doch er steht nicht

der andere steht

der sitzt schon länger als er

aber schon bald wird der liegen

wird liegen und fragen

was hast du ausgefressen und

er wird sagen

ich mag die liegenden nicht

da steht er auf

der liegende

legt die hände auf dessen schulter und

sagt

ich auch nicht alter

sprich

 

 

 

sprich nicht

du

sprich nicht

mit den tränen

sprich nicht

die worte

sag

was ich vergessen

möchte

sag

wir sind reisende

die zukunft gehört den anderen

denen

die wissen wo es langgeht

die

trotzen dem eigenen ängstlichen blick und machen weiter

während wir

ans verstummen gewohnt

den augenblick vermasseln

jenen augenblick

der macht

dass ich dich tröste und du mich fragst

was hast du nur

ballon

 

 

 

ich bin ein kind

man gibt mir

einen ballon

sagt

nun sei fröhlich

ich weine

weil man in

der nähe

ein klavier

zur seite schiebt

ich balle die faust zu

einer hand

ich bin ein kind

man gibt mir

einen stein

man sagt

nun suche dein verlangen

ich höre

die nacht

ich höre die alten schritte

ich kann die schritte nicht mehr hören und

höre sie dennoch

ich bin ein kind

man gibt mir augen

man schärft mir ein

damit kannst du begreifen

ich verstehe

diese macht der schatten

die namen die sie rufen

hallen nach

suchen entfernungen

suchen die stille eines grabes

ich bin ein kind

man gibt mir einen namen

man erklärt mir

dort wohnten sie

sie nahmen uns alles

bevor sie starben

sie nahmen uns sogar

unser schweigen

sie sagen

du darfst sie nicht rufen

wenn du sie rufst

vergräbst du die wunde

und machst sie glücklich

kafka sitzt

 

 

 

kafka sitzt im zimmer

in dem zimmer ist

es dunkel

als könnte man in diesem zimmer

nur auf dem sprung sein

was kann man noch sagen

er steht mit der decke

in kontakt

er vergisst sie

die alten tage

die stunden umrunden ihn

er weiß nicht

was kann man sagen

was verschweigt man

da trägt eine die suppe herein

die suppe sagt sie

kafka schaut sie an

sie spiegelt sich in der suppe wieder

gibt es da noch ein halten

es gibt ein halten

aber er vergisst es

er fragt sie nach der suppe

sie legt eine platte auf

sie tanzen

wie ruhig jetzt alle sind

alle haben arme oder beine

alle verstummen oder summen ein lied

als würde irgendwo einer stehen

so spitzen sie ihre zehen

 

die falsche

 

 

 

wir hatten uns geirrt

in der jahreszeit

in der postleitzahl

wir hätten auf

das brot

in deinen worten

achten müssen

 

nicht küssen

hätte auf unseren

lippen

stehen

sollen

 

wir verbrachten zu viel

zeit

uns

auf wiedersehen

zu sagen

 

wir standen herum

wie andere

schwiegen

sahen wir nicht

wir sahen nur das was wir vergruben

 

literartentun

 

 

das literartentun ist

ein schweres tun

man rutscht so schnell

in abgründe

man ist so weit

so weit

von jeden anderen

man wird

so schnell

zu schnell verraten und

verkauft

man geht zu schnell

zu hastig

mit den falschen ins bett