du kannst überall ein arschloch sein

 

 

du bist nicht vergessen worden

nicht von der tat und nicht

vor der angst sie einzugestehen

 

du bist nicht das nadelöhr der welt

du bist was du bist

ein idiot der sich selbst begegnet

 

du kannst nichts anderes

als in diesen viereckigen schacht zu sehen

der dir das ende der welt andeutet

 

alles ist flüchtig

alles beginnt damit

das jemand vergisst

deine hand zu halten und dir

zu sagen

tu ihr nicht weh

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wir

DSCN1567

 

bei einer tasse kaffee suchte

er seine gedanken

er fluchte

er betrachtete die reisenden

er fragte sich

was träumen die

er hatte zettel am frühen morgen auf dem tisch seiner geliebten gefunden

das fenster stand offen und

das flüstern das von draußen hereinkam

lag noch immer in seinen ohren

rauch floß aus dem mund

irgendein gewicht war zurückgeblieben und

er saß da

noch lange nicht am ende und durchsuchte

die schritte der passanten nach punkten

zum ersten

wer wird gewinnen

wird jemand gewinnen

wird die eintracht gewinnen

wird die eintracht gewinnen

die eintracht wird gewinnen

 

wir warten währendessen

wir warten und wissen

er wird nicht kommen und

kommt er doch

sagen wir ihm

da bist du ja wieder

kommst aus dem land der unterschiede

kommst aus dem land der vergessenen grenzen

wir kennen dich

wir haben dich oft vom mond aus gesehen und

wir haben dich nie erkannt

 

wladimir

 

Anfang eines Romanes….Elke erzählt

Hanna warf mir das Feuerzeug auf den Kopf.

Hanna wollte meine beste Freundin sein. Wir wohnten damals in einer WG. Sie war mit Steffen zusammen. Steffen war scharf auf mich. Hanna wusste es. Hanna hatte Angst. Hanna warf mir das Feuerzeug auf den Kopf.

Sie lächelte dabei.

Es sollte lustig sein.

Hanna hatte Angst. Sie hatte Angst etwas weggenommen zu bekommen.

Sie wollte meine beste Freundin sein, sie war meine beste Freundin nicht, das wusste Hanna.

Sie warf mir das Feuerzeug auf den Kopf, weil sie wusste, dass sie niemals meine beste Freundin sein würde.

Sie hatte nicht viele Freunde. Sie hatte Steffen und sie hatte seine Eltern. Seine Eltern mochten Hanna, aber das reichte Hanna nicht. Sie wollte das Steffen nur sie mochte. Aber er sah mich an. Er sah mich auf diese Weise an.

Hanna mochte diesen Blick nicht. Sie warf mir das Feuerzeug auf den Kopf, sie warf es mir auf den Kopf, weil sie an Steffen dachte.

Sie lächelte dabei.

Es war so zerbrechlich. Als könnte man es leicht auseinandernehmen. Als könnte sie ihren Schmerz darunter verdecken. Den Schmerz der nach dem Scherz erscheint, der Scherz der kein Scherz war, denn so fest wirft man niemand etwas zu, schon gar nicht, wenn man es nicht so meint.

Sie meinte es so. Sie meinte es so, weil sie sich sehnte.

Auch ich sehnte mich, ich bekam viel zu schnell nach was ich mich sehnte, obwohl ich nie sicher war, ob es dass war, ob es das war was ich suchte, ich suchte ja nicht, ich suchte nichts und wenn ich doch mal etwas suchte, fand ich es sicher nicht in einem anderen Menschen, man konnte nichts in einem anderen Menschen finden..

Hanna warf mir das Feuerzeug auf den Kopf. Sie lachte dabei. Es sollte ein Scherz sein, sie lachte nicht, ich lachte auch nicht, keiner lachte, auch Steffen nicht, auch seine Eltern nicht. Hannas Eltern konnten nicht lachen, sie waren weit weg. Auch meine, auch meine waren weit. Das war eine Gemeinsamkeit.

Hanna sehnte sich nach Gemeinsamkeiten Sie redete oft darüber. Wenn wir zusammen in der Küche saßen und die Leere füllten in dem wir sprachen, da erzählte sie mir viel von sich, ich wollte nichts davon wissen, ich sagte mir, warum tut sie das, warum erzählt sie mir, dass sie einmal von einem Hund gebissen wurde und seitdem liebe sie Hunde. Ging es ihr mit den Menschen auch so, fragte ich mich, mich störte diese Frage, mich störte diese Frage, weil ich mich nicht mit ihr beschäftigen wollte, aber ich beschäftigte mich mit ihr und Hanna wusste es und lachte. Sie lachte nicht auf diese Weise, wie sie lächelte, als sie mir das Feuerzeug auf den Kopf warf. Sie lächelte auf eine Weise, die andere zum Heulen bringen konnte, ich wollte aber nicht heulen und deshalb fragte ich sie, was Steffen so macht. Auch darüber ärgerte ich mich, denn auch das wollte ich nicht wissen. Mich ging er nichts an und wenn er mich eines Tages doch etwas angehen sollte, würde ich schon herausbekommen, was er so macht.

Mir war es gleichgültig was Hanna von mir wollte, selbst als sie immer wieder auftauchte, egal ob ich mit jemanden zusammenwohnte oder alleine, war es mir egal. Sie erzählte mir ihr Leben und es interessierte mich nicht. Sie musste doch merken dass es mich nicht interessierte oder es interessierte sie nicht, ob es mich nicht interessierte, es war ihr wahrscheinlich ganz gleichgültig, es war ihr nur wichtig, dass sie jemand hatte, von dem sie behaupten konnte, das ist meine beste Freundin, das war gelogen, sie war meine beste Freundin nicht, sie war nicht mal meine schlechteste Freundin, sie war höchstens eine Bekannte. Eine Bekannte die mir einmal ein Feuerzeug auf den Kopf warf und behauptete, das war nur Spaß.

 

 

 

 

Das erste Spiel

DSCN1576ich hoffte immer

dass ich es war der eines tages

begann

alles nicht mehr so wichtig

zu nehmen

nun wurde mir das ganze

vom geld abgenommen und

doch

macht es mir etwas aus

wenn die jungs

die landschaften breittreten

tore schießen die man gar

nicht schießen kann

den durst wecken

den eigenen und immer auch

den durst der anderen

der verschwinden muss

damit sie

den ball ins tor und jubeln und

alles betrachten

auch das geld

dass man so dringend braucht

vorallem dann

wenn man nichts davon hat

 

 

Ich stehe vor deiner Tür, Alter, mach auf, rief er.

Der Schuldirektor lachte, es war ihm mulmig zumute und deshalb lachte er. Lieber wäre er die Treppe hinuntergepurzelt, lieber hätte er einen Brief an Luther geschrieben, lieber hätte er alles, alles in Frage gestellt, aber dieses Gefühl, dieses mulmige Gefühl, wollte ihm nicht gefallen.

Ob es der Briefträger war, ob es der war, der hin und wieder an die Fenster klopfte, was für eine Frechheit, er hatte es ihm verboten, aber gefruchtet hatte es nicht.

So bin ich eben, sagte er sich, nie kann ich mich durchsetzen.

Wieder hörte er diese Stimme.

Was ist, was ist los da, mach auf, ich bin Versicherungsangestellter.

Bork wusste nicht, warum er es gesagt hatte, es kam einfach aus ihm heraus und für einen kurzen Moment dachte er, es wird doch wieder alles gut.

Der Himmel lag in Ketten. Die Nachtfrösche waren irgendwo, sicher nicht in den Broten der Nachbarskinder. Der Schuldirektor mochte die Nachbarskinder nicht besonders, er mochte es nicht, wenn sie zu viel redeten, sie redeten immer zu viel, er hatte als Kind selten geredet.

Aufmachen, du Schornsteinfeger.

 

folgenlos

 

 

plötzlich verstand ich

ich war nicht mehr zuhause

ich ließ alles stehen und liegen

aber wohin

wohin mit ihm dachte ich

lachte ich

ich sah hinab in die stadt

das musste wohl sein sagte ich mir

ich traf bernd

bernd war ein gassenjunge

er trug die alte silberne graue mütze noch

die mütze war ihm einmal ins gesicht gefallen

seitdem blieb sie dort

er flüsterte mir

lass es bleiben

was meinte er

plötzlich hatte ich begriffen

es war alles alt geworden

die berührungen und die briefe die man nicht schrieb

weil man ja doch nicht wollte dass sie jemand las

die gespräche am friedhof interessierten mich mehr

als die kurzen die die trinker wegtranken

um nicht zu ertrinken

ich begriff

ich war nicht mehr am leben

ich tanzte um mich herum

erkannte mich aber nicht