später

 

später sitzt sie im zug
wartet auf die hellen stellen

jemand den sie nicht kennt
fragt sie nach feuer

sie lächelt ihn an
sagt
nein habe ich nicht

im rucksack liegen
kafka
pamuk und
beckett

von denen weiß der mann
nichts
der auf der flucht
beinah geweint hätte

er schlägt der frau
ins gesicht und
niemand weiß warum
weder sie
noch kafka
noch beckett und auch
pamuk weiß es nicht

 

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Mainz

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sie aßen zwischen

gespaltenen gläsern

zwischen gefühlen

die atmeten

sie lagen tief

in den nächten

beisammen und

doch getrennt

sie in schwarzen socken und

er im roten hemd

weiß die nacht

weiß der morgen

mainz mein lieber

sagte sie

ist auch nur ein ort

gespaltene gläser

rote getränke

schwarz sind die nächte

hell die bänke

virtuell ist der schatten

heimisch der mond

angeblich

noch immer unbewohnt

Lieber Bruder,

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nun ist es so weit, ich schreib Dir

nach Wolfsburg, wo Du im Bett

liegst und träumst.

Ich habe Dir viel zu sagen mein

Bruder, doch wie, mein Kopf ist

verwirrt, meine Empfindungen

derart komplex, ich sprach sie an,

Du hast es mir ja empfohlen. Du

glaubst nicht wie tapfer ich mich

hielt, es klang bald wie ein normaler

Dialog.

Ich sagte, guten Tag schöne Frau und

sie, guten Tag Helmut.

Verstehst Du, sie nannte mich Helmut, gut, gut

wirst du mir sagen, was ist schon daran, guten Tag

zu sagen, das ist einfach, aber denk Dir, sie rief

einen Namen, diese Schönheit, wusste dass ich

Helmut hiess, wie tief liegt das Glück in den Stunden,

es liegt dort und wir sehen es nicht.

Komm schon, lach über mich, ich lach ja auch über Dich,

über Dich und deinen Verein. Die Tabellen spiegeln alles

wieder, mein Glück und deine Tränen.

Komm schon, Kopf hoch, Niederlagen sind nur Symbole

für die besseren Tage.

 

 

Grüße bitte auch Tanja und sage ihr, ich

liebe sie immer noch.

 

Mit schönen Grüßen

 

Dein Helmut

wo ist hoffenheim

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immer der nächste zug

der kommt und steht

lange steht

immer der nächste abschied

türen

bänke und holzpantoffeln

es wird eng

immer das nächste mal

das heimkommt

sich auszählt

sich verspricht

morgen

morgen wird es besser

luft holen

in die vergesslichen ränge drängen

du

sagen

du

hier in unseren wachsten tränen

reden wir doch schon lange nicht mehr

wir gehen raus und spielen fußball

es steht geschrieben

es steht geschrieben

du flüsterst

du hebst die hand

es steht in den augen

die wach bleiben im schlaf

die nacht

vergesslich

absurd

du gehst

wie der winter durch die ecken

deine wachen hände

zittern

du fühlst

du bist gekommen

um zu vergessen

es ist

was in der nacht war

es fällt schnee auf

deinen rücken

du siehst

was du begräbst

immer erst dann

wenn du es löscht

er wartet

 

 

er hat eine tasse kaffee in der hand gefunden

mit der rechten aller hände..ist er fassungslos

er beobachtet die nächte

die allzu dunklen nächte

in der ihr lächeln

einem das leben retten kann

 

dunkle träume von blonden augen

du siehst was du nicht siehst

aber was du siehst

siehst du

du liegst im geheimen fächern

das dunkle ziehst du magisch an

was die berührung kostet

sie kostet dem nebel alles sichtbare

sie schiebt den wind vor

der sich in die helligkeit ihre augen legt..

so viel zu paris

obwohl von paris hier nicht die rede sein kann

am morgen verdurste ich an ihrem gruß

denkt das rechte auge …es berührt das schweigen

berührt die tasse kaffee

das dunkle am ende der zeile

du bist schön zu sagen und

es noch mal zu sagen

damit man endlich schweigen kann

 

 

ein spiel

Nun schießt nur hin, daß es alle wird! Ihr nehmt mir’s doch nicht! Drei Ringe schwarz, die habt Ihr Eure Tage nicht geschossen. Und so wär‘ ich für dies Jahr Meister.

Johann Wolfgang von Goethe: Egmont

 

puppenkiste

sonntags

wenn die

die sich samstags

alles bereits gesagt

plötzlich

zu reden anfangen

wenn des nachtwächters lied

wartet

auf morgen

die erste mondlandung geprobt wird

in der nähe der fischtrommeln

sonntagspunkte zählen doppelt

weil die müden dann sagen

das war doch gestern und wissen doch

was alle wissen

wichtig ist aufm platz