Angelique Kerber

 

zepteraugen

tränen und spiele

 

andere beim grillen

dreh das schnitzel um

hält die augen auf

bälle

bälle

bälle

seis drum

 

rein in den ort

in den liniensalat

 

dunkel

dunkel die stellen

schön und angenehm

 

dazwischen mal

die nummer eins

 

gratuliere

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beate wohnt in darmstadt

damals

wie das klingt

das klingt in den ohren

das hebt nichts auf

das vergisst nicht

sie nickt

im gedanken sitzt sie auf dem stuhl

der stuhl ist flach und stinkt nach beton

damals, dachte sie

 

damals

 

dscn1075

lauf

 

 

 

streifst

streifst deine

deine schweren

schweren schweren

blicke

deinen schweren blicke

streifst du

du streifst deinen schweren

nicht zu fassenden unverzeihlichen blicke

du gehst ohne zu gehen durch dein bleiben

du ziehst deine blicke weit von dir

du streifst

streifst deine schweren blicke aus dem fenster

aus dem fenster zum hof

vom hof zu der alten die den hof fegt

die den hof aus deinen blicken kehrt

aus deinen schweren blicken

als hätte sie sonst nichts zu tun

als ginge es nur darum

so schnell wie möglich zu gehen

 

inger christensen

 

 

sicher nicht

das märchen

das kluge

dass die dichterin erzählt

im weissgebundenen band

während alles existiert

nur das gedicht nicht

nur die worte die vergebens

auf das licht warten

suchen einen raum

suchen eine nacht

in der sich alles versammelt

alles?

sicher nicht der kreis derer

die keine gedichte lesen

am wiedervereingten punkt

starrt das gedicht sie an

bemüht zu fliehen

bemüht ihr zu entsagen

das schweigen im inneren

beflügelt das gedicht

die dichterin zeigt auf ihr grab

dem gedicht ist das zu einfach