zum ersten

wer wird gewinnen

wird jemand gewinnen

wird die eintracht gewinnen

wird die eintracht gewinnen

die eintracht wird gewinnen

 

wir warten währendessen

wir warten und wissen

er wird nicht kommen und

kommt er doch

sagen wir ihm

da bist du ja wieder

kommst aus dem land der unterschiede

kommst aus dem land der vergessenen grenzen

wir kennen dich

wir haben dich oft vom mond aus gesehen und

wir haben dich nie erkannt

 

wladimir

 

Anfang eines Romanes….Elke erzählt

Hanna warf mir das Feuerzeug auf den Kopf.

Hanna wollte meine beste Freundin sein. Wir wohnten damals in einer WG. Sie war mit Steffen zusammen. Steffen war scharf auf mich. Hanna wusste es. Hanna hatte Angst. Hanna warf mir das Feuerzeug auf den Kopf.

Sie lächelte dabei.

Es sollte lustig sein.

Hanna hatte Angst. Sie hatte Angst etwas weggenommen zu bekommen.

Sie wollte meine beste Freundin sein, sie war meine beste Freundin nicht, das wusste Hanna.

Sie warf mir das Feuerzeug auf den Kopf, weil sie wusste, dass sie niemals meine beste Freundin sein würde.

Sie hatte nicht viele Freunde. Sie hatte Steffen und sie hatte seine Eltern. Seine Eltern mochten Hanna, aber das reichte Hanna nicht. Sie wollte das Steffen nur sie mochte. Aber er sah mich an. Er sah mich auf diese Weise an.

Hanna mochte diesen Blick nicht. Sie warf mir das Feuerzeug auf den Kopf, sie warf es mir auf den Kopf, weil sie an Steffen dachte.

Sie lächelte dabei.

Es war so zerbrechlich. Als könnte man es leicht auseinandernehmen. Als könnte sie ihren Schmerz darunter verdecken. Den Schmerz der nach dem Scherz erscheint, der Scherz der kein Scherz war, denn so fest wirft man niemand etwas zu, schon gar nicht, wenn man es nicht so meint.

Sie meinte es so. Sie meinte es so, weil sie sich sehnte.

Auch ich sehnte mich, ich bekam viel zu schnell nach was ich mich sehnte, obwohl ich nie sicher war, ob es dass war, ob es das war was ich suchte, ich suchte ja nicht, ich suchte nichts und wenn ich doch mal etwas suchte, fand ich es sicher nicht in einem anderen Menschen, man konnte nichts in einem anderen Menschen finden..

Hanna warf mir das Feuerzeug auf den Kopf. Sie lachte dabei. Es sollte ein Scherz sein, sie lachte nicht, ich lachte auch nicht, keiner lachte, auch Steffen nicht, auch seine Eltern nicht. Hannas Eltern konnten nicht lachen, sie waren weit weg. Auch meine, auch meine waren weit. Das war eine Gemeinsamkeit.

Hanna sehnte sich nach Gemeinsamkeiten Sie redete oft darüber. Wenn wir zusammen in der Küche saßen und die Leere füllten in dem wir sprachen, da erzählte sie mir viel von sich, ich wollte nichts davon wissen, ich sagte mir, warum tut sie das, warum erzählt sie mir, dass sie einmal von einem Hund gebissen wurde und seitdem liebe sie Hunde. Ging es ihr mit den Menschen auch so, fragte ich mich, mich störte diese Frage, mich störte diese Frage, weil ich mich nicht mit ihr beschäftigen wollte, aber ich beschäftigte mich mit ihr und Hanna wusste es und lachte. Sie lachte nicht auf diese Weise, wie sie lächelte, als sie mir das Feuerzeug auf den Kopf warf. Sie lächelte auf eine Weise, die andere zum Heulen bringen konnte, ich wollte aber nicht heulen und deshalb fragte ich sie, was Steffen so macht. Auch darüber ärgerte ich mich, denn auch das wollte ich nicht wissen. Mich ging er nichts an und wenn er mich eines Tages doch etwas angehen sollte, würde ich schon herausbekommen, was er so macht.

Mir war es gleichgültig was Hanna von mir wollte, selbst als sie immer wieder auftauchte, egal ob ich mit jemanden zusammenwohnte oder alleine, war es mir egal. Sie erzählte mir ihr Leben und es interessierte mich nicht. Sie musste doch merken dass es mich nicht interessierte oder es interessierte sie nicht, ob es mich nicht interessierte, es war ihr wahrscheinlich ganz gleichgültig, es war ihr nur wichtig, dass sie jemand hatte, von dem sie behaupten konnte, das ist meine beste Freundin, das war gelogen, sie war meine beste Freundin nicht, sie war nicht mal meine schlechteste Freundin, sie war höchstens eine Bekannte. Eine Bekannte die mir einmal ein Feuerzeug auf den Kopf warf und behauptete, das war nur Spaß.

 

 

 

 

Das erste Spiel

DSCN1576ich hoffte immer

dass ich es war der eines tages

begann

alles nicht mehr so wichtig

zu nehmen

nun wurde mir das ganze

vom geld abgenommen und

doch

macht es mir etwas aus

wenn die jungs

die landschaften breittreten

tore schießen die man gar

nicht schießen kann

den durst wecken

den eigenen und immer auch

den durst der anderen

der verschwinden muss

damit sie

den ball ins tor und jubeln und

alles betrachten

auch das geld

dass man so dringend braucht

vorallem dann

wenn man nichts davon hat

 

 

Ich stehe vor deiner Tür, Alter, mach auf, rief er.

Der Schuldirektor lachte, es war ihm mulmig zumute und deshalb lachte er. Lieber wäre er die Treppe hinuntergepurzelt, lieber hätte er einen Brief an Luther geschrieben, lieber hätte er alles, alles in Frage gestellt, aber dieses Gefühl, dieses mulmige Gefühl, wollte ihm nicht gefallen.

Ob es der Briefträger war, ob es der war, der hin und wieder an die Fenster klopfte, was für eine Frechheit, er hatte es ihm verboten, aber gefruchtet hatte es nicht.

So bin ich eben, sagte er sich, nie kann ich mich durchsetzen.

Wieder hörte er diese Stimme.

Was ist, was ist los da, mach auf, ich bin Versicherungsangestellter.

Bork wusste nicht, warum er es gesagt hatte, es kam einfach aus ihm heraus und für einen kurzen Moment dachte er, es wird doch wieder alles gut.

Der Himmel lag in Ketten. Die Nachtfrösche waren irgendwo, sicher nicht in den Broten der Nachbarskinder. Der Schuldirektor mochte die Nachbarskinder nicht besonders, er mochte es nicht, wenn sie zu viel redeten, sie redeten immer zu viel, er hatte als Kind selten geredet.

Aufmachen, du Schornsteinfeger.

 

folgenlos

 

 

plötzlich verstand ich

ich war nicht mehr zuhause

ich ließ alles stehen und liegen

aber wohin

wohin mit ihm dachte ich

lachte ich

ich sah hinab in die stadt

das musste wohl sein sagte ich mir

ich traf bernd

bernd war ein gassenjunge

er trug die alte silberne graue mütze noch

die mütze war ihm einmal ins gesicht gefallen

seitdem blieb sie dort

er flüsterte mir

lass es bleiben

was meinte er

plötzlich hatte ich begriffen

es war alles alt geworden

die berührungen und die briefe die man nicht schrieb

weil man ja doch nicht wollte dass sie jemand las

die gespräche am friedhof interessierten mich mehr

als die kurzen die die trinker wegtranken

um nicht zu ertrinken

ich begriff

ich war nicht mehr am leben

ich tanzte um mich herum

erkannte mich aber nicht

20

 

 

er sitzt in der küche und trinkt bier

er hat schon seit jahren kein bier mehr getrunken

er dachte nicht dass es fehlt

es fehlte

das merkt er jetzt

das merkt er jetzt wo er es trinkt

er trinkt das bier dass er seit jahren nicht getrunken hat

er versteckt es

er versteckt es vor sich selber

er kauft es und versteckt es

er denkt an die offene bluse von marie

er war nicht sicher

sie stand da und er wusste nicht

hätte ich lachen sollen oder

daran denken zu lachen

hätte ich gewunken oder sie nach

ihren plänen gefragt

aber wozu

wozu ist all diese nähe da

man verliert sie ja doch

man verliert sie an den nächsten umtrunk

er schenkt sich noch mal ein

denkt

an die offene bluse von marie und trinkt

er trinkt sie aus den augen

er will mit dem trinken vergessen dass man

sie nicht aus den augen trinken kann

diese offene bluse

die

darauf wartet

vergessen zu werden

vom licht

13.

 

es war einmal ein mann der fiel

in einen see

eine frau sah es und sprang hinein

der mann war schon ganz weit unten

fast konnte ihn die frau gar nicht sehen

der mann fiel in ein loch

die frau hinterher

der mann saß jetzt in der küche

die frau fragte

mann hast du kaffee gekocht

der mann nickte

dann ging der mann

die frau ihm hinterher

wohin gehst du fragte die frau

arbeit suchen   sagte der mann

die frau hinterher

der mann ging durch die regenverschlissene stadt

er ging zu einem fabriktor

das tor stand auf

er ging hinein

die frau hinterher

er betrat die fabrikhalle

die frau

: hier werden käfige gebaut

: wurden sagte der mann traurig

: werden sagte die frau

setzte sich an einen werktisch und baute einen käfig

: siehst du so einfach ist das

der mann schüttelte den kopf

: ich bau einen bus

er setzte sich an den werktisch und baute einen bus

die frau stieg in den bus und der mann fuhr los

bei der nächsten haltestelle hielt er

schülerInnen stiegen ein

machten lärm

sangen lieder

aßen pommes

scherzten

hörten musik

riefen: ich hab eine fünf in mathe

ein anderer: cool

die frau lachte

der mann wurde rot

er hatte die frau durch den rückspiegel angesehen

er war verliebt

die schülerInnen stiegen aus

der bus war leer

es war verboten mit dem fahrer während der fahrt zu reden

deshalb hielt er an

und das war die geschichte von jutta und bernd

bernd ging dann nach hause um seinen farbdrucker zu reparieren

jutta rief ihn an und fragte ob er wieder ginge

bernd sagte er habe karten für staatstheater

jutta: aber es gibt überhaupt kein staatstheater hier

so trennten sie sich wieder und damit ist die geschichte zuende

DAS THEATERSTÜCK

 

 

 

 

X: die arme hoch wer mehl will

 

1: ich will mehl

 

 

2: ich will

 

 

3: ich hab die Arme hoch

 

X: nur 3 kriegt das Mehl, denn die anderen waren zu gierig

 

 

(3 wird gezwickt und getreten, das mehl wird ihm gestohlen, 1 und zwei

stehen jetzt am rande)

 

 

1: Der X ist immer so streng.

 

 

2: Muss er doch sein, weil sonst alles durcheinander gerät

 

 

1: Das stimmt auch wieder

 

 

 

 

 

(Der Vorhang fällt in die Richtung der Zuhörer)

4.

 

er vermisst die alten

die man nur noch auf grabsteinen lesen kann

er steht gerne davor

er stellt sich den himmel vor

den himmel von dem alle reden

die toten und die es noch werden

er möchte in ungarn sein

in der nähe von sandor marai liegen

er möchte ihm flüstern

wie hast du das gemacht

das beinah jeder satz klingt

als könnte man ihn nicht begraben

 

er sieht sich im dunklen licht liegen

eine fliege kümmert sich um seine stirn

der vorhang ist offen

er kann auf die stadt sehen

er schwitzt

er vermisst die alten

die gestern noch jung waren

 

er möchte der letzte klang sein

den sandor marai hörte

er möchte vergessen dass er sich

daran erinnert

wie es klingt

die letzte seite aufzuschlagen

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