gegen gladbach

ein einfaches gedicht

gar kein gedicht und

doch wie ein gedicht

geschrieben

gegen Gladbach

muss gewonnen werden

und selbst wenn nicht gewonnen wird

muss gewonnen werden

so ist es

da ist nichts zu machen

ich schiebe dass gedicht in die welt

mal sehen was es macht mit ihr

 

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Dat Spiel da

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gestern hatte jemand nach dem einhäuser gefragt
wir wussten gar nicht was wir sagen sollten
also sagten wir
er kommt nicht mehr
er hat die schnauze voll
das sagten wir
und ich dachte: früher hat der einhäuser dort gestanden
rechts neben dem linken pfosten
er wollte immer den gegnerischen torwart ausspionieren
wollte sehen wo seine schwächen sind
in der pause redete er von würstchen

wird er auch heute von Würstchen reden?

er wird vielleicht von bäumen reden

von irgendeinem saft

er wird wahrscheinlich nicht mehr reden

nicht reden macht die augen hell und

hinterlässt kaum noch spuren

Windisch (für Herta Müller)

windisch zieht eine grade linie zwischen sich und der zahnbürste
die er begraben darf wenn er will
aber will er denn wollen
was will er denn überhaupt

er überzieht solche fragen mit einem lächeln
das lächeln klingt falsch aber weil es auf jedes gesicht passt
macht es den windisch nicht mürbe

er zieht die vorhänge zu
jetzt
da alles geschlossen ist
fühlt er sich befreit
jetzt kann ich über leichen gehen, denkt er

in seinem kopf tobt ein totmacher der sich in
ein schweigen verwandelt, wenn er sich bewegt

er wünscht sich einer der nichtschwimmer zu sein
die von den bergen kommen und die sich glauben machen
sie sind von dort geflüchtet

er fängt zu sprechen an
die worte füttern ihn
er fühlt sich wie ein gefangener der zeit hat sich umzusehen
er ist nicht verpflichtet weiterzugehen
deshalb bleibt er stehen

er möchte begreifen
das bin ich und er möchte dabei auf die türe sehen
die sein abschied begleitet
wenn er darf

zwei verschiedene lösungen und in keine wird er sich vertiefen
er sieht in die eigenen augen
betrachtet sie wie ein zukurzgekommener

was er sieht
sieht er nicht genau
denn er sieht nicht so genau hin

was er sieht ist die zimmerlautstärke mit der er sein leben betrachtet
das bin ich denkt windisch
er denkt es wie das leck in einem schiff
er denkt es lautlos
er möchte es ja selber nicht hören
er möchte dazwischenfahren wenn er es ausspricht
er möchte das bellen hören
das bellen der schweigenden
die ihm zustimmen, wenn er die augen schliesst und alles verdirbt

Mutterliebe

jeden morgen bevor er aufsteht denkt
er
das ist die zukunft
er denkt
immer stehe ich auf und immer wenn ich aufstehe
denke ich
das ist die zukunft

er fasst sich ins haar
danach kommt die nase dran
bevor er das ganze gesicht erkennt
wäscht er die augen

wenn es samstag ist wird er zum kind und
schreit nach balladen
er schreit eigentlich nach marzipan und großen
lachsäcken die ihm die tränen wegwischen

jeden samstag brilliert die mutter in der küche
sie weiß
es ist nicht in ordnung dass nur ich in der küche bin

die suppe kocht schon, man hört es aus
den verkehrten richtungen die umschlungen werden
man sieht es an der bewegung des sohnes
der draußen die nacht spielt
während die anderen kinder die helligkeit observieren

droben ruft die mutter, sie ruft es als verkriechen sich alle anderen sätze in ihr
sie ruft; es ist nacht
immer wenn er das hört denkt er
etwas stimmt nicht mit den krummen tagen

die vögel fliegen geradeaus
irgendwo wird ein traum geweckt
ein traum der vergisst was ein traum ist
die welt rutscht aus den augen
der himmel liegt in der suppe und er
er löffelt sie aus

gerstin gegen die brause

Dosen (1)

wie heisst du fragt er
das ist interessant sagt sie
wir stehen vor dem denkmal des unbekannten und
fragen uns aus
er versteht nicht
er hätte so gerne eine frau gehabt
eine mit locken und schulterlosen wangen
er wäre mit ihr gewandert
so lange bis sie nur noch sitzen können
begleitet von dunklen schweissgewändern und unendlich vielen leseproben

ich bin die gerstin sagt sie
sie träumt vom vielfachen geruch lustiger eierpfannkuchen
vielleicht ein brot dazu und irgendwo liegt ein roman
den man zudecken muss
weißt du sagt sie
wie alt solche geschichten schon sind
wir treffen uns und vergessen einander wieder

er wollte so gerne eine kennenlernen
eine die vergisst wer sie ist
eine die sich verpflichtet alles zu vergraben
die erste und die zweite nacht
und die letzte mit der besonderen note eines satzes
der lautet
wie spielen die heute

rauf und runter würde die gerstin sagen
sie wünscht sich das kroatenschritte sich vermischen mit dem serbischen tanz und
dem vorzüglichen ton eines franzosen
bunte vögel eben
die keine brause brauchen um zu treffen

Elke erzählt

du
wie die nadel im heuhaufen und
das heu wurde bereits verbrannt und doch
suchen wir uns noch immer

nachher werde ich
zum ausgleich einen anderen namen rufen
oder ich schweige und
verbrenne den namen danach

so teuer
als hätte man vergebens auf reichtum gewartet

gähnend
als finge es an und
man denkt
wann hört es wohl auf

die flüsse fliessen durch uns
wir sind
das kann alles sein

es kann sein dass wir alles sind
tausendfach verlorene
die vergessen haben wer sie sind

du im heuhaufen
plötzlich schreist du auf
eine nadel hat dich getroffen

sie zu vergessen
sieht dir ähnlich
sie zu begreifen
aber auch

was ist
warum verstummst du
das plötzlich sagen
hat die worte in dir ausgelöscht

du gehst und was ist mit der zukunft
wie trage ich die nun davon
ohne dich?

Herr Hut und der Empfang

 
herr hut möchte nicht länger alleine sein
drum hat er die gähnende eingeladen
die gähnende sortiert ihre augen
sie fühlt mit herrn hut stimmt etwas nicht
sie wird ihm die hand nicht geben
das ist der kulturelle unterschied
sie denkt sich flüsse aus
die eintrocknen, wenn sie die mit ihren haaren berührt
es wäre so wichtig zu verzichten, denkt sie
sie sitzt in der zwischenstation
es brennen die anderen funktionen
jene
die mit den menschen nichts zu tun haben
es schmerzt sie
dass er kein zahnweh hat
sie stehen vor sich
frau und mann
als hätte es das seit beginn der evolution nicht mehr gegeben
sie suchen ihr gedächtnis nach etwas essbaren ab
sie gähnt
sie verleiht ihrem gesicht eine besonnene note
die besonnene schweigt
sie nimmt ihre augen ab um die bilder an der wand besser zu sehen
auf einem bild umarmt er eine frau
er erinnert sich gut an das foto
er kannte die frau gar nicht
aber ihre verwirrtheit kannte er gut
alles vergeblich, denkt herr hut
alles ist sich so ähnlich denkt die vergebliche
sie wartet auf den moment, wenn seine augen anfangen wollen
sie zu berühren
die berührte atmet
sie versucht sich an alles zu erinnern
später
wenn der durst wieder von ihr abfällt und auch herr hut weiß
dass man alles wieder von neuen anfangen an

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